Roland Gareis, Projektmanagement-Professor an der WU Wien und Leiter von Roland Gareis Consulting, sprach mit wienweb.at über “den Trend zum Projekt”. Hier das ungekürzte Interview:
wienweb.at: Immer mehr, was früher Alltagsgeschäft in der Linie war, wird heute in Form von Projekten abgewickelt. Steht dahinter wirklich ein anderer Ansatz oder klebt nur ein
neues Mascherl drauf?
Gareis: Alltagsgeschäft wird noch immer in der Linie abgewickelt; hoffentlich auf der Basis von professionellem Prozessmanagement. Als Projekte werden umfangreichere Prozesse
abgewickelt, die in der Linie nicht in so guter Qualität, nicht so billig und nicht so schnell durchgeführt werden könnten.
wienweb.at: Was wäre das beispielsweise?
Gareis: Zum Beispiel die Akquisition eines neuen Unternehmens, die Reorganisation eines Bereichs oder die Entwicklung und Einführung eines neuen Produkts. Nur für diese relativ einmaligen, sozial komplexen Projekte sollte Projektmanagement eingesetzt werden. Ich warne vor einer Inflation von Projekten. Der Begriff wird überstrapaziert, auch für Prozesse, die keiner Projektorganisation bedürfen. Das hat weniger mit Mode als mit mangelnder Kompetenz zu tun.
wienweb.at: Was können Projektmanager heute, was Team- oder Abteilungsleiter gestern nicht konnten?
Gareis: Ein Team- oder Abteilungsleiter managt immer die gleiche Abteilung mit den immer gleichen Aufgaben. Ein Projektmanager managt ein Projekt mit jeweils spezifischen Zielen, mit Projektteam-Mitgliedern und Projektmitarbeitern unterschiedlicher Organisationen, mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und unterschiedlichen Interessen. Die Dynamik und Komplexität ist daher wesentlich größer als in der Linie.
Irgendwie stoße ich mich an der Aussage “Als Projekte werden umfangreichere Prozesse abgewickelt, die in der Linie nicht in so guter Qualität, nicht so billig und nicht so schnell durchgeführt werden könnten.” Wenn es schon (große) Prozesse sind, sprich wiederkehrende Abläufe, wozu benötige ich dann noch ein Projekt? Projekte als temporäre Organisationform sind aus meiner Sicht nur bei einem einmaligen Ablauf sinnvoll. Was meint ihr dazu?
Ich bin jeden Tag wieder überrascht wie viele nützliche Dinge es im Internet zu entdecken gilt (neben all dem nutzlosen Müll Eines der wirklich tollen Angebote ist der Newsletter von Winfried Berner der unter dem Titel Change Management regelmäßig veröffentlicht wird. Hier drei aktuelle Artikel die ich jedem Projekt- und Prozessmanager ans Herz legen möchte:
Streitkultur: Kultivierung des respektvollen Streitens
Wie der Name schon sagt wird im “The State of Business Process Management 2008” Report der Status sowie aktuelle Trends im Prozessmanagement erhoben. Hier die wichtigsten Aussagen auf den Punkt gebracht:
Nach CMMI-Skala befinden sich die meisten Unternehmen auf Stufe 2, d.h. sie haben begonnen, Prozesse zu dokumentieren.
Die meisten Befragten (40%) bezeichnen Prozessmanagement als “Top-Down-Methode für die Strukturierung, Verwaltung und Bewertung eines Unternehmens auf der Grundlage seiner zentralen Prozesse”.
Wichtigster Grund (56%) für die Einführung von Prozessmanagement ist “die Notwendigkeit von Einsparungen durch Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen”.
Prozesse werden nur “teilweise” dokumentiert und mit modernen Methoden gepflegt (55 %).
Die Mehrheit der Teilnehmer (61 %) gibt an, dass aktuelle Prozesse nur “teilweise” oder “nie” von bestehenden Anwendungen unterstützt werden.
Laut einer aktuellen Studie der camunda services GmbH sind 36% der 346 befragten Unternehmen mit ihrer Prozessmanagement-Software (oder Business Process Management - Lösung) zumindest teilweise noch unzufrieden.
36 Prozent hört sich auf den ersten Drücker natürlich nach nicht viel an. Wenn man jedoch bedenkt mit wie vielen Ressourcen die Anschaffung, Einführung, Training, Wartung, usw. eines solchen Tools verbunden sind, sieht die Sache anders aus. Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen investieren in eine nicht zufriedenstellende Lösung.
Was ich an der Studie wirklich kritisieren muss ist die fehlende Frage nach den Gründen für die Unzufriedenheit, den gerade an diesem Punkt wird es wirklich spannend. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass IT-Tools häufig angeschafft werden, um (organisationale) Probleme zu lösen. Doch leider kann das gar nicht funktionieren, oder beantwortet ihr Tool auf Anhieb:
Was machen wir? Welches sind unsere Kernprozesse?
Wer macht es? Wer ist Prozesseigentümer?
Wann soll es fertig sein? Mit welchen Prozessdurchlaufzeiten kalkulieren wir?
usw.
Solche Dinge müssen vor der Anschaffung geklärt werden. Erst danach stellt sich die Frage: “Mit welchem Tool können wir unsere speziellen Anforderungen bestmöglich erfüllen?”
Nach fast einem Jahr ist es uns wieder gelungen Frank Westphal für einen Vortrag an die FH Vorarlberg zu bringen. Hier das Wichtigste auf einen Blick…
Titel
“Softwarearchitektur für nachhaltige Entwicklung”
Kurzreferat
Software ist nicht nur ein langlebiges Produkt, sondern darüber hinaus eines, das sich während seines langen Lebens ungewöhnlich stark wandelt. Heute geplante Software, die morgen ausgeliefert wird, muss übermorgen schon wieder ganz anders aussehen. Das erfordert nicht nur ein anderes, agiles Vorgehen bei der Herstellung von Software. Auch die Struktur von Software muss anders sein als die eines Produktes, das zwar auch lange lebt, aber nur ab und an repariert werden muss. Hinzu kommt die grundsätzliche Nichtberechenbarkeit der “Tragfähigkeit” (oder allgemein: Qualität) von Software. Auch darin unterscheidet sie sich fundamental von anderen Produktkategorien. Ausgehend von einem neuen allgemeinen Modell von Software entwickelt der Vortrag Prinzipien für den Entwurf von evolvierbarer Software, die auch noch Testbarkeit und Produktivität steigern.
Referent
Ralf Westphal (www.ralfw.de) ist freier Softwaretechnologievermittler. Er arbeitet als Fachautor mit mehr als 300 Publikationen, Coach/Berater und Referent auf Entwickler-Events im In- und Ausland.
Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Architektur von .NET-Software und die Förderung innovativer Softwaretechnologien. Bei der Wissensvermittlung beschreitet er gerne ungewöhnliche Wege, so zum Beispiel mit den Videoserien .NET TV und dotnetpro.tv und dem Trainingsunternehmen Professional Developer College (www.prodevcollege.de).
Ralf Westphal ist Microsoft „Visual Developer Solution Architect“ MVP und war von 1998 bis 2005 einer der unabhängigen Microsoft Regional Directors für Deutschland.
Factbox
Zeit: Donnerstag, 11. September 2008, 18:00 Uhr
Ort: Fachhochschule Vorarlberg, Dornbirn, Raum W206
Kosten: €30 / €10 für Jahooda-Mitglieder und Studenten
Anmeldung: Mag. (FH) Patrick Fritz
Forschungszentrum Prozess- und Produkt-Engineering
T +43 (0)5572 792-7115 �
E-mail patrick.fritz@fhv.at
Es ist nicht zwingend nötig Produkte auf spezifische Kundengruppen zuzuschneiden. 80% fließen über allgemein gültige Erfahrungswerte ein, 20% läuft unter Flexibilisierung bzw. Individualisierung
Wichtige Rollen die es beim Usability-Engineering zu unterscheiden gilt: Auftraggeber, Auftragnehmer und Endbenutzer
Methoden des Usability-Engineering können grob in drei Cluster aufgeteilt werden: Inspektion, Testung und Befragung
Mein Dank gilt dem Gastgeber, für die perfekte Organisation vor Ort. Ich freue mich bereits auf unser nächstes Treffen, welches Anfang Juli stattfinden wird.
Kürzlich bin ich über den ersten Gehaltsrechner für Projektmanager gestolpert, den ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte: Gehaltsrechner [XLS]. Vielen Dank Jochen Höfenstock, der sein Tool im PM-Blog veröffentlich hat.
Nachdem mich erst kürzlich ein Berater aus Bremen auf meine frei verfügbare Methodensammlung im Internet angesprochen hat, dachte ich mir dass es wieder mal an der Zeit für einen neuen Methodentipp ist. Konkret wurde ich auf die Methode zur Risikoanalyse angesprochen, die relativ viele Anwendungsbereiche hat. So sieht jedes sauber geführte Projekthandbuch eine Risikoanalyse vor, aber auch bei der Implementierung von Prozessen gehört das Management von Risiken zum guten Ton.
Name:
Risikoanalyse / Risikomanagement
Inhalt/Beschreibung: Risikomanagement ist der Prozess des Messens oder Bewertens von Risiken und der Entwicklung von Strategien für den planvollen Umgang mit Risiken.
Im September 2007 waren die Referenten Renate Klein und Ralf Westphal auf Einladung von Jahooda an der FH Vorarlberg zu Gast und referierten zum Thema “Software braucht Softskills”. Inzwischen erreichte mich eine Einladung von Fr. Klein für ihr aktuelles Seminarangebot “Rhetoriktraining für Softwareprofis“, die ich euch gerne weitergeben möchte:
Unser nächstes offenes Seminar vom Professional Developer College veranstalten wir
am 18. + 19. Juni 2008 in München
Die neuesten und auch bewährte Techniken werden gelernt, überdurchschnittlich viel gecoachte Einzelvorträge und der Abschlussvortrag vor Publikum unter realen Bedingungen werden angeboten. AHA-Erlebnisse und neue Erkenntnisse werden neue Sichtweisen vermitteln. Wir versprechen ein effektives Training in einer aktiven Entwicklergruppe. Details gibt’s unter http://88.151.66.13/produkte-sprechertraining.html (early bird beachten!!)
Wir freuen uns auf Ihr Feedback und ganz besonders darauf, wenn Sie dabei sind.
Herzliche Grüße Renate Klein und Ralf Westphal PROFESSIONAL DEVELOPER COLLEGE
Gestern Abend fand zur Vorstellung des Arbeitskreis “Management von Softwareabteilungen” (2. Auflage) eine Infoveranstaltungen bei Omicron in Klaus statt. Der inhaltliche Hauptvortrag von Mag. Reinhard Sefelin, MSc von CURE lieferte aus meiner Sicht sehr interessante Einblicke zum Thema Usability. Vor allem die dargestellten Methoden und Tools zur Verbesserung der “Benutzbarkeit” sind teilweise einfach anzuwenden und können durchaus zu wahrnehmbare Verbesserungen führen. Alles in allem war ich mit der Veranstaltung äußerst zufrieden, hierzu einige Bilder der Veranstaltung die ich gerade ins Netz gestellt habe. An dieser Stelle möchte ich Harald Möller von Omicron nochmals für die herzliche Gastfreundschaft danken!