Braucht dein Unternehmen eine Prozesslandkarte?
Von Patrick Fritz, am 29. Februar 2008

(Quelle: Wikipedia)
In Gesprächen mit Unternehmen höre ich in letzter Zeit häufiger Aussagen wie: “Wir wollen an unseren Prozessen arbeiten” oder “Wir sind um ständige Verbesserung/Optimierung bemüht”. Bei weiterem nachfragen zeigt sich jedoch relativ schnell, dass häufig ein richtiger Überblick fehlt. Man “werkelt” anlassbezogen an Prozessen, aber das “Big Picture” fehlt. In diesem Zusammenhang kann eine aussagekräftige Prozesslandkarte durchaus hilfreich sein.
Einfach gesprochen, stellt die Prozesslandkarte eine grafische Darstellung der Prozesse eines Unternehmens dar. Sie schafft ein gemeinsames Bild über die identifizierten Prozesse und teilt diese in zumeist drei Kategorien ein. Zu diesen Kategorien zählen Managementprozesse, Geschäfts- oder Kernprozesse sowie Unterstützungsprozesse. Im Folgenden einige ausgewählte Fragen aus der Praxis.
Wie kann der Überblick gewährleistet werden?
Ein Ansatz besteht darin mehrere Prozesslandkarten zu erstellen die auf unterschiedlicher Abstrahierungsebene angesiedelt sind. Auf der obersten Ebene werden die zentralen Prozesse (oder Prozessgruppen) abgebildet, auf nächst tieferer Ebene geht es weiter ins Detail (z.B. einzelne Prozessschritte). Im Endausbau können die Prozesse soweit herunter gebrochen werden, dass sie durch Workflow-Systeme automatisiert ablaufen können.
Was benötige ich um eine Prozesslandkarte zu erstellen?
Prinzipiell sollte im Unternehmen klar sein welche Prozesse ablaufen (Prozessidentifikation) und eine erste Gruppierung nach Prozessarten vorhanden sein.
Wie soll die Prozesslandkarte abgebildet werden?
Zur Modellierung der Prozesslandkarte ist die Darstellung mit Pinwandkarten sinnvoll. Anschließend bietet sich eine Darstellung mit Visualisierungstools wie Powerpoint oder Visio an. Weiterführend sind Prozessmanagement-Tools/Suiten wie Aris, Adonis, Promet, usw. sicherlich anzuraten.
Was bringt der ganze Spaß?
Eine Prozesslandkarte schafft in erster Linie Überblick und eine gemeinsame Sprache! Neuen Mitarbeitern kann anhand eines A4 Blattes erklärt werden wie das Unternehmen “tickt”. In leicht abgeänderter Fassung kann die Prozesslandkarte auch als Kommunikationsinstrument gegenüber dem Kunden verwendet werden – Das sind unsere Leistungen, so werden sie erstellt, du als Kunde stehst im Mittelpunkt unseres Denkens! Weiterführend ist die Erstellung eines Organisationshandbuchs (womöglich in Kombination mit dem Qualitätswesen) anzudenken, welches im Intranet veröffentlich wird.
UPDATE: Hier zur Fortsetzung “Muss es immer gleich eine Prozesslandkarte sein?“
- Muss es immer gleich eine Prozesslandkarte sein?
- Anleitung zur Prozessmodellierung mit Visio in der Praxis
- Was ist ein Prozess aus Sicht eines Informatikers?
- Erfolgsfaktoren für “lebende” Geschäftsprozesse
- Zertifizierung als Prozessmanager?
7 Kommentare zu “Braucht dein Unternehmen eine Prozesslandkarte?”
Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich werde dem Artikel ein entsprechendes Update spendieren
Foren » Blog Archive » Die größte Herausforderung: Innovation als Prozess
[...] denn so routiniert bin ich noch lange nicht und für Tipps wäre ich natürlich auch sehr dankbar! Jahooda hinterfrägt ob Unternehmen eine Prozesslandkarte benötigen. Wir meinen ja. Unsere Prozesslandkarte -bei dem [...]
Prozesslandkarten bzw. Wertschöpfungsketten sind wirklich wertvoll, um ein erstes Verständnis für ein Unternehmen zu bekommen. Allerdings sind sie zu grob, um wirklich von längerem Nutzen zu sein. Im Prinzip hat nämlich jedes Unternehmen einen Vertrieb, aber das sagt mir noch lange nicht an wen ich mich wenden muss, falls ich eine Kundenanfrage erhalten habe. Deshalb sollte man die Prozesslandkarte schrittweise weiter untersetzen.
Wie du richtig erwähnst, ist solch eine Landkarte hilfreich bei Restrukturierungen. Man kann z.B. feststellen, ob mehrere Funktionseinheiten ähnliche Aufgaben abdecken.
Ich würde die Aussage “Allerdings sind sie zu grob, um wirklich von längerem Nutzen zu sein” nicht unterschreiben. Eine Prozesslandkarte auf der erste Ebene ist natürlich nur der erste Schritt. In der Folge gilt es die Prozesse soweit herunterzubrechen das sie steuerbar sind (Prozessziele, Kennzahlen, usw.). Erst dann ist Prozessmanagement wirklich nach nachhaltig, d.h. auch von längerem Nutzen.
Genau, wie du selbst sagst: Man muss die Prozesslandkarte weiter untersetzen, um einen Nutzen daraus zu ziehen. Genau das habe ich gemeint!
Danke der Klarstellung!











Die größte Herausforderung: Innovation als Prozess - Die Produktmanagerin
Am 3. März 2008 um 21:05 Uhr
[...] denn so routiniert bin ich noch lange nicht und für Tipps wäre ich natürlich auch sehr dankbar! Jahooda hinterfrägt ob Unternehmen eine Prozesslandkarte benötigen. Wir meinen ja. Unsere Prozesslandkarte -bei dem [...]