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Kritische Betrachtung des agilen Projektmanagements

Von Patrick Fritz, am 25. Oktober 2007

 

Kritische Betrachtung des agilen Projektmanagements

Quelle: karikatur-cartoon.de

Nachdem ich in den letzten Tagen und Wochen einige Beiträge den agilen Methoden bzw. dem agilen Projektmanagement gewidmet habe…

REVIEW 1: “Einführung in die agilen Methoden der SW-Entwicklung

REVIEW 2: “Was ist eigentlich agiles Projektmanagement?

…möchte ich diese Thematik vorläufig zu einem Ende bringen und in einer abschließenden Betrachtung kritisch hinterfragen.

Kritikpunkt 1: Agile Methoden sind nur bei Softwareprojekten einsetzbar
Gerade die Entwicklung von Systemarchitekturen in der Automobilindustrie zeigt auf, das agile Ansätze durchaus auch in anderen Bereichen denkbar sind und dort auch angewendet werden. Ergänzend wurden viele agile Methoden in der Automobilentwicklung erfunden, wie zum Beispiel: Simultaneous Engineering und Target-Costing bzw. Design-to-Cost.

Kritikpunkt 2: Agile Methoden lassen keine Festpreisverträge zu
In der Literatur existieren bereits zahlreiche Vertragsmodelle, mit denen in agilen Projekten gearbeitet werden kann (z.B. Coldewey und Poppendieck sowie Oestereich), ohne ein Pflichtenheft als scheinbar geeignet Grundlage für Preiskalkulationen. Gerade durch das umdrehen “des magischen Dreiecks”, was ja den Wechsel vom plangetriebenen zum agilen PM kennzeichnet, sehe ich ganz neue Möglichkeiten der Vertragsgestaltung – Kosten und Termine werden fixiert, die Merkmale beruhen auf Schätzungen. Somit bleibt nur noch eine Unbekannte, nämlich die Merkmale. Wohingegen wenn nach “Plan” gearbeitet wird lediglich die Anforderungen fixiert werden und folglich Kosten und Termine auf Schätzungen beruhen.

Kritikpunkt 3: Agile Methoden funktionieren nur für kleine Projekte
Es gibt Beispiele in denen agile Methoden auch für größere Projekte angewendet wurden (z.B. Scrum-Projekt mit 800 Mitarbeitern), jedoch kann nicht geleugnet werden, dass mit zunehmender Projektgröße auch der Kommunikations- und Dokumentationsbedarf zunimmt. Somit geht unweigerlich ein großer Teil der gewünschten Agilität verloren, folglich eignen sich hierfür plangetriebene Methoden besser.

Kritikpunkt 4: Agile Projekte bringen mehr Risiken mit sich
Agile Projekte können ein mehr an Risiko mit sich bringen: Systeme können durch die Forderung nach Einfachheit eine zu einfache, später nur noch mit erheblichem Aufwand erweiterbare Architektur erhalten. Bei Wechsel eines Mitarbeiters geht undokumentiertes Wissen verloren. Solche Punkte und weitere müssen im Risikomanagement agiler Projekte unbedingt beachtet werden und sofern möglich gegengesteuert werden.

Kritikpunkt 5: Die Einführung agiler Methoden ist mir einem erheblichen Aufwand verbunden
Kurzum, jeder Wandel (oder “Change”) ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Schließlich geht es nicht “nur” darum neue Hardware zu kaufen oder “nur” einen neuen Mitarbeiter einzustellen. Es geht darum an der Kultur im Unternehmen nachhaltig etwas zu ändern. Konkret bedeutet das zum Beispiel, bereichsübergreifende Teamarbeit, Kunden- und Lieferantenintegration, Schulungs- und Trainingsaufwand für die Mitarbeiter, usw.

Quelle: Seibert, S.: Das aktuelle Stichwort: Agiles Projektmanagement. Projektmanagement Aktuell, 01/2007

Ein Kommentar zu “Kritische Betrachtung des agilen Projektmanagements”

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