Müssen wir die vier Phasen der Teamentwicklung immer wieder durchlaufen werden?
Von Patrick Fritz, am 4. September 2007
Laut gängiger Lehrmeinung durchläuft jedes Team und somit jedes Projekt zwangweise die vier Phasen der Teamentwicklung.*
1. Formierungsphase
_Zusammenfinden der Gruppenmitglieder
_Entdecken und bewerten der gegenseitigen Verhaltensweisen
_Hohe Erwartungen an das Projekt und das Team
2. Konfliktphase
_Entstehung von Sach- und Beziehungs-Konflikten
_Die Rolle des Projektleiters als Moderator ist gefragt
_Die Qualität der Kommunikation bestimmt Regelung der Konflikte
3. Normierungsphase
_Überwinden von Widerständen
_Entwicklung eines Gruppengefühls
_Herstellung der Arbeitsfähigkeit
4. Arbeitsphase
_Bewusstsein das die Ziele zusammen besser erreicht werden können
_Die Teammitglieder können voneinander lernen
_Leistungsfähige Gruppe entsteht und entwickelt sich
* Kessler/Winkelhofer (2004): Projektmanagement – Leitfaden zur Steuerung und Führung von Projekten. Berlin/Heidelberg: Springer Verlag.
Ich bin jedoch der Meinung, dass die vier Phasen nicht zwangsweise durchschritten werden müssen. Gerade bei einem eingespielten Team entfällt zum Beispiel die einleitende Formierungsphase völlig. Außerdem sehe ich einige Punkte die in der Konflikt- und Normierungsphase sicherlich nicht so stark ins Gewicht fallen müssen. Gerade deshalb ergeben sich in eingespielten Teams zumeist wertvolle Effizienz-Vorteile die es zu Nutzen gilt. Wie sieht eure Meinung dazu aus?
Euer
Patrick Fritz
3 Kommentare zu “Müssen wir die vier Phasen der Teamentwicklung immer wieder durchlaufen werden?”
Willeschek K
Hallo Patrick
Deine Aussage “Gerade bei einem eingespielten Team entfällt zum Beispiel die einleitende Formierungsphase völlig” bestätigt völlig, dass diese vier Phasen durchlaufen werden. Denn _bis_ sie ein eingespieltes Team geworden sind haben sie einmal alle Phasen durchlebt.
Sobald jedoch ein neues Mitglied in diese Gruppe stösst fängt der Phasenlauf wieder von vorne an, nicht nur für das neue Mitglied, das sich in eine bestehende Gruppe einfinden will/muss/soll, sondern auch für die Gruppe, die “den Neuen erstmal abchecken” muss, bevor er einer von ihnen wird, die Gruppenwitze und -gewohnheiten kennt usw.
Hier also meine Meinung zu Deinem Statement. Vielleicht hat sich Deine Aussage im Laufe der vergangenen Jahren angepasst?!
Gruess
Katja Willeschek
Hallo Katja,
Deine Stellungnahme “Vielleicht hat sich Deine Aussage im Laufe der vergfangenen Jahre angepasst” gefällt mir sehr und zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen
Ich würde nicht sagen das sich meine Meinung dazu angepasst hat, sie hat sich erweitert. Ich beschäftige mich derzeit sehr stark mit SCRUM, bei dem das Team noch viel stärker im Vordergrund steht als bei anderen Ansätzen. Dabei habe ich eine spannende Idee aufgeschnappt.
Anstelle Ressourcen (sprich Mitarbeiter) Projekten zuzuweisen, sollten Projekte (also Aufgaben) den bestehenden Teams zugeordnet werden. Die sprechen von “Sustainable Pace” indem Zusammenhang. Was soviel meint wie eine nachhaltige Geschwindigkeit die ein Team erreichen kann, wenn es eingespielt ist.











Andreas Reisenbauer
Am 10. September 2007 um 10:25 Uhr
Hallo Patrick, schließe mich deiner Meinung an, dass die vier Phasen nicht zwangsläufig immer durchschritten werden müssen. Für den Team- oder Projektleiter ist es aber wichtig zu wissen, ob auch bei einem eingespielten Team in der Vergangenheit eine Phase nicht durchlebt oder gar unterdrückt wurde. Dies kann sich auch Jahre später noch negativ auswirken.