Reifegradmodelle im Prozessmanagement
Von Patrick Fritz, am 1. Dezember 2008
Was ist eigentlich ein Reifegradmodell?
Ein Reifegradmodell ist ein (vereinfachtes) Abbild der Realität zur Beurteilung der Qualität von Geschäftsprozessen. Dabei werden je nach Modell unterschiedliche Stufen der “Reife” von Geschäftsprozessen beschrieben.
Warum eigentlich ein Reifegradmodell?
Reifegradmodelle dienen als Basis für eine Selbstbewertung von Geschäftsprozessen. Durch die Ermittlung des Reifegrades von Geschäftsprozessen können Schwachstellen aufgezeigt und weitergehend Verbesserungsmöglichkeiten definiert werden.
Wie funktioniert ein Reifegradmodell?
Durch die Bewertung von Geschäftsprozessen anhand definierter Kriterien wird ein Punktwert X berechnet. Je höher der Punktewert X ausfällt desto höher der entsprechende Reifegrad. Der Reifegrad stellt eine Aussage zur Effizienz und Effektivität des Geschäftsprozesses dar.
Welche (bekannten) Reifegradmodelle gibt es?
- CMM-Modell bzw. CMMI-Modell (Capability Maturity Model Integration)
Quelle: tqu.com
- SPICE-Modell (Software Process Improvement and Capability Determination) bzw. ISO-Norm 15504
Quelle: amelior.be
- GPM-Reifegradmodel
Quelle: beratung-schmelzer.de
- Reifegradmodell nach ISO 9004:2000
- …wahrscheinlich noch viele mehr!
Wer nutzt ein Reifegradmodell?
Die einfache Antwort: Jede Organisation die ernsthaftes Interesse an der Verbesserung ihrer Geschäftsprozesse hat. Wenn man nicht weiß woher man kommt (bzw. von welchem Reifegrad), weiß man auch nicht wo man (realistischer weiße) hin will/kommt.
Wann nutzt man ein Reifegradmodell?
Sicherlich nicht im Rahmen der laufenden Prozesskontrolle, sondern bei der Selbstbewertung von Geschäftsprozessen. Das Schlagwort in diesem Zusammenhang lautet Prozessassessment.
Weitere Ressourcen:
- Jahooda CMMI Podcast
- CMMI Levels in der Praxis
- Wie kontrolliere ich Prozesse?
- Wer plant und realisiert Geschäftsprozesse?
- Anwendung des EFQM-Modell
- Erfolgsfaktoren für “lebende” Geschäftsprozesse
- Erfolgreicher “change” durch Prozessmanagement?
5 Kommentare zu “Reifegradmodelle im Prozessmanagement”
Interessant ist auch das Reifegrad-Modell EDEN, das sich besonders durch seine Branchenunabhängigkeit hervorhebt: http://bpm-forum.cwsurf.de/index.php?option=com_fireboard&Itemid=53&func=view&catid=7&id=36#36
…noch mehr Infos unter: http://www.bpm-forum.net
Interessant ist auch das EDEN-Reifegrad-Modell, dass sich durch seine branchenunabhängigkeit hervorhebt: http://bpm-forum.cwsurf.de/index.php?option=com_fireboard&Itemid=53&func=view&catid=7&id=36#36
@Michael: gibt es zu dem Modell eine Literaturhinweis?
@ Patrick
Ja, Informationen findet man unter: http://www.bpm-maturitymodel.com
Ein Whitepaper, in dem die Methode genauer beschrieben wird gibt es unter: http://www.bpm-maturitymodel.com/eden/export/sites/default/de/Downloads/BPM_Maturity_Model_EDEN_White_Paper.pdf
In der Fachliteratur wird das Modell auch beschrieben, z.B. http://books.google.de/books?id=Gr47tF-9TSAC&pg=PA293&lpg=PA293&dq=Eden+prozessmanagement&source=bl&ots=h7icpAL5XB&sig=W1XeRNS9TsTp-L7-QTqOWeMSmwo&hl=de&ei=kGw9TYU7zPOyBrS11PMG&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=8&ved=0CFQQ6AEwBw#v=onepage&q=Eden%20prozessmanagement&f=false














Andreas Heilwagen
Am 1. Dezember 2008 um 20:01 Uhr
Gute Übersicht! Für die Projektmanager würde ich noch OPM3 vom PMI ergänzen wollen, auch wenn dies im deutschsprachigen Raum nicht so verbreitet ist.