Welche Software für Prozessmanagement ist nur die RICHTIGE?
Von Patrick Fritz, am 23. Oktober 2008
Lange bevor an die Anschaffung einer Prozessmanagement-Software zu denken ist, sollten grundlegende (häufig organisatorische) Fragen geklärt werden. Ansonsten entspricht die gekaufte Prozessmanagement-Software garantiert nicht euren Erwartungen. Dennoch mache ich die folgenden Erfahrungen immer wieder:
- Die Entscheidung für die eine oder andere Software wird voreilig und unbegründet getroffen
- Die Anforderungen der Tool-Benutzer werden nicht oder nur kaum berücksichtigt
- Geschweige den die Anforderungen der Stakeholder die betroffen sind
- Es werden Wunderdinge vom Tool erwartet (Tools=Werkzeuge nehmen das denken nicht ab!)
Wenn diese grundlegenden Fragen geklärt sind geht es einen Schritt weiter. Der aktuelle Markt für Prozessmanagement-Software ist kaum zu überblicken. Dabei tummelt sich von einfachen Visualisierungswerkzeugen bis hin zu CASE-Werkzeugen alles umher was man sich nur vorstellen kann. Folgende Abbildung bietet einen guten Überblick, um die Einsatzbereiche von IT-Tools im Prozessmanagement besser verstehen zu können:
Quelle: Kopperger/Nägele/Schreiner 2001, S. 23
Nachdem ihr also die Anforderungen SÄMTLICHER RELEVANTER STAKEHOLDER erhoben habt, versuch euch ins dargestellte Schema einzuordnen. Muss es immer gleich Aris sein? Nein, ganz sicher nicht! Wie im Beitrag “Status und Trends im Prozessmanagement” geschildert, befinden sich die meisten Unternehmen auf Stufe 2 der CMMI-Skala, d.h. sie haben erst begonnen Prozesse zu dokumentieren. Folgerichtig würde hierfür ein einfaches Visualisierungswerkzeug wie Visio vollauf genügen. Gehen die Vorstellungen und damit verbundenen Anforderungen weiter ist es natürlich überlegenswert eine Lösung mit größerer Funktionalität anzuschaffen.
2 Kommentare zu “Welche Software für Prozessmanagement ist nur die RICHTIGE?”
Vielen Dank für den Tipp, ich werde mir das Tool ansehen!
Was ich aber seit langem Suche, ist ein Modellierungstool, dem ich ein einfaches Mengengerüst hinterlegen kann. Output sollte sein: Prozess A kostet X Euro und dauert Y Stunden, während (optimierter) Prozess B… gibt es sowas?












Franz Votapek
Am 26. Oktober 2008 um 17:23 Uhr
Hallo Herr Fritz,
Sie haben völlig recht, lieber ein einfaches Tool, das auch verstanden und dadurch auch verwendet wird, als ein zu mächtiges Werkzeug, das umfangreiches Expertenwissen für die Pflege und Wartung voraussetzt,ein stiefmütterliches Dasein im Unternehmen fristet und noch dazu wenig Freude bereitet. Ein meiner Meinung nach guter Kompromiss zwischen einem ‘Zeichenprogramm’ wie Visio und einem sehr komplexen Tool wie Aris oder Adonis stellt ‘ViFlow’ http://www.viflow.at dar. Man kann nach 1-2 Tagen Einschulung schon ganz gut damit arbeiten und die Investitionskosten für das Tool halten sich auch in Grenzen
Schöne Grüsse, Franz Votapek