Welchen Beitrag können Blogs zum Projekt- und Prozessmanagement leisten?
Von Patrick Fritz, am 3. Februar 2009
Mit diesem Beitrag möchte ich euch ein letztes “Mitbringsel” aus Innsbruck präsentieren. Zur Einschätzung des theoretischen Beitrages den eine Arbeit (Diplom, Doktorat, usw.) leisten kann, haben wir folgendes Modell nach COLQUITT und ZAPATA-PHELAN diskutiert:
Quelle: JASON A. COLQUITT / CINDY P. ZAPATA-PHELAN: “TRENDS IN THEORY BUILDING AND THEORY TESTING: A FIVE-DECADE STUDY OF THE ACADEMY OF MANAGEMENT JOURNAL”. In: Academy of Management Journal 2007, Vol. 50, No. 6, 1281–1303.
Auf der X-Achse “Testing Existing Theory” werden sich eher quantitative Arbeiten wiederfinden, d.h. hier werden Zahlen hin und her geschoben. Während auf der Y-Achse “Building New Theory” eher die qualitativen Arbeiten ihren Platz finden, d.h. hier wird viel mit Leitfadeninterviews oder Fallstudien gearbeitet.
Eine Dissertation sollte auf beiden Achsen eine 3 mitbringen. Es sollte also zumindest eine neue Moderator-Variable gefunden werden, um einen bestehenden Zusammenhang besser erklären zu können. Zudem sollten die hierzu aufgestellten Annahmen/Hypothesen auf bestehenden konzeptionellen Argumenten basieren. Man muss also schon ganz gut erklären können warum da eine neue Variable im Spiel sein soll.
Eine Diplomarbeit (oder auch Bachelorarbeit) muss per Definition kein neues Wissen schaffen. Wenn man also einen bekannten Zusammenhang nochmals bestätigen kann reicht das aus. Auch die Argumentation kann rein auf bestehenden Erkenntnissen aufgebaut werden, irgendwelche Strukturmodelle müssen ganz sicher nicht aufgebaut werden.
Ein Blog-Beitrag kann (jetzt wird es spannend
in 99,9% aller Fälle kein neues Wissen schaffen wie oben beschrieben. Was ein Blog-Beitrag aber sehr wohl kann:
- Bestehendes Wissen aufarbeiten und ansprechend darstellen. Das Wissen mag zwar bekannt sein, also irgendwo niedergeschrieben sein. Aber es weiß bei weitem nicht jeder davon.
- Bestehendes Wissen kann in sehr beschränktem Ausmaß abgetestet werden. Nämlich indem ein Abgleich mit der eigenen Erfahrung (Stichprobe = 1) vorgenommen wird.
- Eine sorgfältige Auswahl treffen welches Wissen weiter verbreitet wird und welches nicht. Jeder Müll der im Internet oder sonst wo zu finden ist muss wirklich nicht Anlass für einen Beitrag sein.
- Der letzte und aus meiner Sicht wichtigste Punkt: Eine eigenständige und fundierte Meinung vertreten. Schließlich sind hier ZUMEIST Experten am Werk deren Meinung einen wertvollen Beitrag leisten KANN!












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